Inhalt
Begrüßung
Die innere Uhr
Selbsthilfegruppen zum Hochdruck
Vermischtes
Wunschvorstellungen oder Wirklichkeit
Termine
die zweite Ausgabe von IPM-Aktuell ist fertig dem Informationsblatt
für Patienten und Interessierte aus dem Institut für Präventive Medizin
an der Universität Erlangen-Nürnberg.
Wie der Institutsname schon sagt: Hier steht das Thema »Vorsorge« im
Mittelpunkt - vor allem Vorsorge von Herz-, Kreislauf- , Nieren- und
Stoffwechselerkrankungen. Daher informieren wir Sie auch im IPM-Aktuell
über aktuelle Trends in diesen Bereichen und bringen auf den Punkt, was
in der Forschung diskutiert wird. Es gibt Wissenswertes aus der
medizinischen Literatur und aktuelle Kommentare von unseren Experten.
Wenn Sie mögen, schauen Sie auf unser Angebot im Internet. Die Adresse
liegt nahe: Sie finden uns unter
www.ipm-aktuell.de.
In dieser Ausgabe greifen wir ein Thema auf, das der Medizin zwar seit
Jahrhunderten bekannt ist, aber auch in der aktuellen Forschung eine
wichtige Rolle spielt: Die innere Uhr, nach der auch Krankheiten und
Gebrechen schlagen. Viele kennen dies aus eigener Erfahrung. Nach
manchen Beschwerden kann man schon fast die richtige Uhr stellen...
Wir wünschen Ihnen jedenfalls anregende Lektüre und freuen uns auf Ihre
Reaktion. Stellen Sie Ihre Fragen, wir antworten gern!
Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen
Ihr
Prof. Dr. Roland E. Schmieder
Vorstand Institut für Präventive Medizin
Die innere Uhr
Wann für Herz und Kreislauf die Stunde schlägt.
Alles hat seine Zeit auch Krankheiten und Gebrechen. Es gibt solche
von Kindern, Erwachsenen und alten Menschen; Krankheiten, die eher im
Herbst oder Winter auftreten und selbst solche für bestimmte
Tageszeiten. Was den Ärzten schon seit Jahrhunderten bekannt ist, hat
die moderne Wissenschaft inzwischen bestätigt. Eine spannende
Medizingeschichte, in der sich gewiss manch einer wiederfindet...
»Die ersten Anfälle sind vorübergehend und werden meistens durch Ruhe
gehoben. Aber ist die Krankheit schon eingewurzelt, so erneuern sich die
Anfälle ohne offene Ursache. Die Annäherung der Nacht und die Stunden
der Verdauung haben Einfluß, auch die Frühstunden sind dazu sehr
geeignet.«
Schon 1815 beschrieb der deutsche Arzt Alfred Testa die typischen
Herzanfälle, die unter dem medizinischen Begriff »Angina pectoris«
bekannt sind. Bis heute haben die damaligen Beobachtungen nichts an
Gültigkeit verloren. Selbst die Tageszeiten, die der Mediziner damals
angab, stimmen genau, vor allem der Hinweis auf die frühen Stunden des
Tages.
Auf Herz und Nieren geprüft:
Selbsthilfegruppen zum Hochdruck
In dieser Rubrik stellen wir in jeder Ausgabe eine Selbsthilfegruppe vor
ob zu Herz, Nieren oder Hochdruck. Eine Ideenbörse für Anregungen und
Informationen zur Gruppenarbeit. Diesmal geht es um die
Selbsthilfegruppen der Deutschen Hochdruckliga ...
Etwa 20 Millionen Deutsche haben einen krankhaft erhöhten Blutdruck,
aber viele der Betroffenen fühlen sich dabei im Prinzip ganz gesund. Sie
ahnen nichts von der späteren Gefahr eines Herzinfarktes, Schlaganfalls
oder Nierenschadens. Wüßten sie aber davon, könnten sie rechtzeitig
ihren Lebenstil überdenken und den Risiken entsprechend vorbeugen.
Schließlich ist wissenschaftlich belegt: Der Körper ist zwar nicht
unverwüstlich, aber er gibt uns in mancher Hinsicht eine zweite Chance
(IPM-Aktuell Ausgabe 1/2001).
In den Selbsthilfegruppen von Menschen mit hohem Blutdruck ist Vorsorge
ein großes Thema. Die Patientengruppen der Deutschen Hochdruckliga sind
gut organisiert und bieten ein vielfältiges Programm. Derzeit gibt es 33
einzelne Gruppen, die über das gesamte Bundesgebiet verteilt sind, u.a.
in Bayreuth, Dresden, Heidelberg, Göttingen, Köln, Mainz, Mannheim,
Münster, Starnberg, Stralsund oder Varel. Einige dieser Gruppen befinden
sich im Aufbau, andere gibt es bereits seit vielen Jahren. Und was sie
auf den Weg bringen, ist mitunter richtig professionell.
Die Nürtinger Selbsthilfegruppe hat sich sogar eine eigene
Internet-Seite erstellt. Es lohnt sich, da einmal hineinzuschauen unter:
www.shg-bluthochdruck-nuertingen.de. Auf der Nürtinger Seite gibt es
neben vielen regionalen Informationen auch Verbindungen, sogenannte
Links, zur Internet-Seite der Deutschen Hochdruckliga und zu deren
»Herz-Kreislauf-Telefon«. Wenn Sie wissen möchten, wo sich eine
Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe befindet, fragen Sie bei der
Hochdruckliga einfach nach. Telefon: (0 62 21) 41 17 74.
Vorsorge & Vermischtes ...
Unsere IPM-Experten kommentieren Studien
Sport macht nicht schlanker
Es gibt tausende Fitness-Programme und ebenso viele selbsternannte
Experten. Im amerikanischen Wissenschaftsmagazin Nature berichtete jetzt
ein nachgewiesener Experte. Zwei Wochen lang wurden 30 Freiwillige mit
Sensoren verkabelt, die ständig deren Bewegungen aufzeichneten.
»Die Studie zeigt, dass anfallsartiger extremer Sportsgeist ungesund ist
und kurzes, hartes Training nicht unbedingt schlanker macht. Häufige
Bewegung mit mäßiger Anstrengung, etwa beim Gehen oder Radfahren,
entzieht dem Körper dagegen deutlich mehr Energie. Die Regel ist
einfach: Lieber weniger intensiv und dafür öfter!«
Privatdozent Dr. med. Helmut Walter
Oberarzt der Medizinischen Klinik IV der Universität Erlangen-Nürnberg
Mitentscheiden kann den Blutdruck senken
Manche Patienten wollen wenig wissen und lassen ihren Arzt allein
entscheiden, andere wollen die Entscheidung über ihre Behandlung
informiert und möglichst gemeinsam mit ihrem Arzt treffen. Einige
Studien, u.a. im »Lancet« haben inzwischen belegt, dass sich gerade
letzterer Weg lohnt.
»Die Studien sind eindeutig. Die aktive Beteiligung von Patienten an
medizinischen Entscheidungen birgt das Potential, den Krankheitsverlauf
und die Lebensqualität der Patienten spürbar zu verbessern. Mehr noch.
Man kann die Ergebnisse wissenschaftlich messen. Gerade die
Untersuchungen im Bereich des hohen Bludruckes haben das gezeigt.«
Prof. Dr. Roland E. Schmieder
Oberarzt der Medizinischen Klinik IV der Universität Erlangen-Nürnberg
Früherkennung bei Frauen ist möglich
In den USA starben 1997 etwa 40.000 Frauen an Brustkrebs und über
500.000 an einer Herzerkrankung. Während die Röntgenuntersuchung der
Brust weit verbreitetet ist, fehlt noch immer eine effektive
Früherkennung von Herzleiden. Im Journal of the American College of
Cardiology wurde eine solche jetzt vorgestellt und bewertet.
»Die Studie zeigt, dass ein verstärkter Einsatz der
Elektronenstrahl-Tomographie dem Mangel in der Früherkennung erkrankter
Herz-Kranz-Gefäße entgegenwirken könnte.«
Prof. Dr. med. Daniel
Direktor der Klinik für Kardiologie an der Universität Erlangen-Nürnberg
Zu den Anforderungen an ein ideales Medikament gegen Bluthochdruck
Interview mit dem Nürnberger IPM-Experten Prof. Dr. Roland Veelken. Der
Facharzt für Innere Medizin ist zudem ein ausgewiesener Nieren- und
Hochdruckspezialist. Mit ihm sprach unser Redakteur Stephan Kolb.
Was muß ein ideales Hochdruckmedikament können?
Veelken: Es muß erstens in der Lage sein, den Blutdruck ohne
Nebenwirkungen zu senken und es muß zweitens zusätzlich in der Lage
sein, die Organe vor den Folgen des hohen Blutdruckes zu schützen. Wie
wir heute wissen, reicht es nicht aus, nur den Blutdruck einfach zu
senken, es müssen auch die Organe selbst beeinflußt werden, damit diese
die Blutdruckbelastungen besser aushalten.
Wie oft muß man ein ideales Mittel einnehmen?
Veelken: Ein ideales Medikament zur Behandlung der Hypertonie braucht
man nur einmal am Tag einzunehmen, um den Blutdruck gut einstellen zu
können. Die Wirkung sollte für mindestens 24 Stunden gewährleistet sein.
Warum ist das so wichtig?
Veelken: Weil gerade in den frühen Morgenstunden der Blutdruck ansteigt
und die Gefahr von Komplikationen von Herz und Kreislauf in dieser Zeit
besonders groß ist. Und gerade in diesen frühen Morgenstunden senkt ein
ideales Medikament den Blutdruck immer noch.
Ist eine noch längere Wirkung erwünscht?
Veelken: Ja, durchaus. Eigentlich wünschen wir uns Blutdrucksenker, die
sogar länger als nur einen Tag lang wirken. Der Grund dafür ist einfach:
Oft werden Medikamente vergessen, etwa in den Ferien, was wir
neu-deutsch auch »holiday pattern« nennen. In diesen Fällen bietet eine
längere Wirkdauer eines Hochdruckmittels auch einen längeren Schutz.
Gibt es ein solches Medikament?
Veelken: Das gibt es seit ein paar Jahren tatsächlich, eine
Medikamentengruppe, die diesen Idealen sehr nahe kommt, die sogenannten
Angiotensin-II-Rezeptorblocker. Und es gibt Substanzen aus dieser
Gruppe, die den Blutdruck länger als 24 Stunden senken. Sie haben dabei
so wenig Nebenwirkungen, dass sie von Patienten mit einer Regelmäßigkeit
eingenommen werden, wie das bisher von Hochdruckmedikamenten nicht
bekannt ist.
Wichtige Termine für Ihren Kalender
7. - 14. Oktober 2001
Nierenwoche
Auch in diesem Jahr finden wieder bundesweit viele Aktionen und
Veranstaltungen rund um das Thema Vorsorge, Diagnostik und Behandlung
von Nierenleiden statt.
2. - 9. November 2001
Deutsche Herzwoche
Dieses Jahr unter dem Motto: Herzinfarkt ? ein Wettlauf mit der Zeit.
Wieder eine Aktion der Deutschen Herzstiftung. Im Mittelpunkt stehen
dabei Risikofaktoren und Fragen des Lebensstils.
14. November 2001
Weltdiabetestag
Rund um den Globus machen Diabetiker auf ihre Situation aufmerksam. Ein
Tag für Sonntagsreden, aber auch für ernstgemeinte Vorsorgeaktionen.
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